Problem-Interview

Erkenne echte Nutzerprobleme, bevor du über Lösungen nachdenkst.

Problem-Interview

Erkenne echte Nutzerprobleme, bevor du über Lösungen nachdenkst.

Methode

Das Problem Interview ist eine qualitative Interviewmethode aus dem Problemraum des Design-Thinking-Prozesses. Ziel ist es, reale Probleme, Bedürfnisse und Verhaltensweisen einer klar definierten Zielgruppe zu verstehen. Dabei stehen Erfahrungen aus der Vergangenheit und dem aktuellen Alltag der interviewten Personen im Fokus. Das Problem Interview dient dazu, Annahmen zu überprüfen und eine belastbare Problemdefinition zu entwickeln. Wichtig ist, dass bewusst nicht über Lösungen gesprochen wird, sondern ausschliesslich über bestehende Probleme, Herausforderungen und bisherige Umgangsweisen.

Vorgehen

  1. Zielgruppe definieren und festlegen, welche Personen interviewt werden sollen.
  2. Eigene Annahmen und Hypothesen zur Problemstellung formulieren.
  3. Einen Interviewleitfaden mit offenen, lösungsneutralen Fragen vorbereiten.
  4. 3–5 Interviews mit Vertretern der Zielgruppe durchführen (ca. 20–30 Minuten pro Interview).
  5. Während des Interviews aktiv zuhören, nachfragen und Aussagen nicht bewerten oder kommentieren.
  6. Aussagen, Beobachtungen und Zitate dokumentieren.
  7. Nach Abschluss aller Interviews die Ergebnisse strukturieren und Muster identifizieren.

Ergebnis

Das Ergebnis eines Problem Interviews ist ein vertieftes Verständnis für die tatsächlichen Probleme und Bedürfnisse der Zielgruppe. Typischerweise entstehen daraus klar formulierte Problemstellungen, wiederkehrende Pain Points sowie konkrete Nutzer-Insights. Diese bilden die Grundlage für die weitere Arbeit im Design-Thinking-Prozess, insbesondere für Ideation, Prototyping und Testing.

Tipps

Ein erfolgreiches Problem Interview lebt von Offenheit und Zurückhaltung. Stelle offene Fragen, lasse Gesprächspausen zu und frage bei Unklarheiten nach konkreten Beispielen. Vermeide Suggestivfragen und Diskussionen über mögliche Lösungen. Konzentriere dich darauf, Muster über mehrere Interviews hinweg zu erkennen, statt einzelne Aussagen zu verallgemeinern.

Ressourcen